Glück

Wir alle wollen glücklich sein. Man könnte sogar sagen: Unser Streben nach Glück ist die größte Triebfeder in unserem Leben.

Doch was bedeutet es, glücklich zu sein? Was macht es aus, wie können wir es fördern? Die moderne Glücksforschung versucht dazu Antworten zu geben.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung von Zufriedenheit und Glück. Die Glücksmomente schwanken - mal sind wir glücklicher, mal weniger. Dieses Auf und Ab des täglichen Lebens ist eine unausweichliche Konstante unseres Seins. Wir unterscheiden uns allerdings in der Intensität der Ausschläge - und in dem generellen Niveau, auf dem sich dies zeigt. Diese größere Konstante wird als Zufriedenheit definiert.


Die beiden Grafiken zeigen einen typischen Verlauf, wie er bei zwei verschiedenen Menschen sein könnte. Das tägliche Glücksempfinden pendelt um die Zufriedenheit, die sich als eine mehr oder weniger konstante Basis durch unser Leben zieht - jedoch auf einem von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Grundniveau.

Das Interessante dabei ist: Wissenschaftliche Forschung hat bereits belegt, dass wir selbst nach großen Glückmomenten oder Schicksalsschlägen nach einiger Zeit doch wieder auf unser zuvor übliches Zufriedenheitsniveau zurückkehren. Unser Gehirn ist nämlich so konstruiert, dass es vergleicht - hat sich die Lebenslage verbessert oder verschlechtert? Ein einmaliger Glücksmoment führt daher zu einer kurzen, deutlichen Steigerung der Lebensqualität und macht uns glücklich. Nachdem wir uns an die verbesserte Situation gewöhnt haben, sinkt unser Glücksempfinden wieder auf das zuvor übliche Niveau.

Wenn es nun also einen konstanten Pegel gibt, der einen gleichmäßigen Basiswert unserer Zufriedenheit beschreibt: wie kann dieser beeinflusst werden? Meiner Erfahrung nach ist die Psychotherapie eine dafür mehr als geeignete Methode. Letztendlich geht es in der Forschung über die Wirksamkeit der Psychotherapie genau um diese Frage - konnte die Lebensqualität nachhaltig gesteigert werden oder nicht? Die klare Antwort dazu ist: ja.

Die Wirkungsweise ist dabei vielschichtig. Innere Konflikte können gelöst, Unbewusstes bewusst gemacht und damit ein direkter Zugang zum eigenen Erleben gewonnen werden. Wir verstehen nicht nur die Schwankungen des täglichen Lebens besser, sondern können auch die allgemeine Zufriedenheit steigern, weil wir durch die neuen Erkenntnisse zum Beispiel lernen können, anders durchs Leben zu gehen.