Depression

Depression ist leider so etwas wie eine Volkskrankheit geworden. Schätzungen für Österreich ergeben, dass jeder zwanzigste aktuell an einer Depression leidet, die es wert wäre, behandelt zu werden. Im Laufe eines Lebens sollen sogar 15 bis 20 Prozent der Menschen in Österreich von einer depressiven Episode betroffen sein.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sich auch in Ihrem Umfeld einige Menschen befinden, die depressiv sind - und vielleicht sogar regelmäßig Antidepressiva einnehmen. Allerdings zeigt sich: es wird nicht gern darüber gesprochen.
Meiner Meinung nach ist das eine Konsequenz daraus, dass das Verständnis für diese Krankheit in der Gesellschaft noch immer gering ist. Zu oft wird sie als eingebildete Krankheit bezeichnet oder man wird als jemand abgestempelt, mit dem einfach etwas nicht stimmt. Depressionen kommen eben auch gerade dort gerne vor, wo der Betroffene "doch eh alles habe".
Dabei kann sie durch ihre tiefgreifenden Symptome einen erheblichen Leistungsdruck bedeuten:
  • Gedrückte Stimmung
  • Verminderung von Antrieb und Aktivität
  • Freude an Dingen, die früher noch Spaß gemacht haben, geht verloren
  • Schlafstörungen, z.B. wacht man zu früh auf und kann nicht mehr weiterschlafen
  • Ausgeprägte Müdigkeit, die das Leben erschwert
  • Verminderter Appetit
  • Libidoverlust
  • Beeinträchtigtes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Vermehrtes Auftreten von Schuldgefühlen
Je nachdem wie ausgeprägt diese Symptome sind und wieviele man davon bei sich beobachten kann, spricht man von leichten, mittelgradigen oder schweren depressiven Episoden. Nicht selten schwanken sie, sind mal kürzer oder mal länger - insgesamt ergibt sich aber ein Grundtenor, der sich durch die aktuelle Phase des Lebens zieht. Einstellen können sie sich nach emotionalen Belastungen, nach Trauererlebnissen oder wenn das Leben aus anderen Gründen auf den Kopf gestellt wurde. Genauso kann sich die Depression allerdings auch leise in den Alltag einschleichen, bis die Krankheit zu groß geworden ist, um sie noch weiter zu übersehen.
Über die körperlichen Ursachen von Depressionen wurde in der Fachwelt schon viel diskutiert. Zwar kann eindeutig festgestellt werden, dass der Hirnstoffwechsel bei Depressiven verändert ist, doch ist die Frage:
  • ist das alleine schon die Ursache, also ist es eine rein organische Erkrankung oder
  • ist der Hirnstoffwechsel nur die Folge unserer psychischen Prozesse, also unserer Art zu denken?
Im Endeffekt scheint beides miteinander verwoben zu sein. Doch was bedeutet das für die Behandlung? In der Fachwelt werden dazu leicht unterschiedliche Meinungen vertreten - anerkannt ist jedoch, wie gut Psychotherapie gegen Depressionen hilft, was ich auf Basis meiner persönlichen Erfahrungen als Psychotherapeut jedenfalls bestätigen kann.

Mein Zugang in der Psychotherapie

In der gemeinsamen Arbeit können die Wurzeln der Depression sehr gut aufgegriffen werden. Tiefenpsychologisch gesehen liegen diese Wurzeln in den gesammelten Erfahrungen unseres Lebens, die zu inneren Spannungen führen. Ein Teil davon findet jedoch in unbewussten Prozessen statt und ist für uns deshalb alleine nicht mehr erreichbar oder gar lösbar. So entstehen für den Menschen schädliche Muster im Gefühlsleben und im Denken. In der gemeinsamen psychotherapeutischen Arbeit können diese Schemen jedoch aufgedeckt und emotional aufgearbeitet werden. Nach und nach kann es so zu einem neuen Zugang im Erleben kommen - gleichzeitig mildern sich damit die Symptome der Depression und ein neues Lebensgefühl kann entstehen. Wie lange eine erfolgreiche Therapie dauert, hängt letztendlich auch von der Intensität der Depression ab. Erste Milderungen sind allerdings in der Regel schon rasch, nach wenigen Sitzungen zu beobachten.

Daher möchte ich all jene, die unter depressiven Symptomen leiden, anregen, diese Belastung auch ernst zu nehmen - Depressionen müssen nicht auf Dauer sein, sie sind heute gut behandelbar.