Angst

Angst ist ein wichtiger Wegbegleiter unseres Lebens, den jeder kennt. In ihrer sinnvollen Funktion schützt sie uns davor, Dinge zu machen, die uns schaden könnten - neurologisch schnell und unkompliziert weist sie uns auf mögliche Gefahren hin. Es macht zum Beispiel von unserer Evolutionsgeschichte her Sinn, wenn wir bei Trittunsicherheit vor der ungesicherten Besteigung hoher Felswände Angst hätten.

Problematisch wird es dann, wenn die Angst keinen rationellen Hintergrund mehr hat und sie zu einer Einschränkung der Lebensqualität führt. In der Psychologie sind dabei verschiedene Arten von Beeinträchtigungen durch Ängste bekannt:
  • Panikanfälle: Plötzlich auftretende Anfälle von intensiven Gefühlen der Bedrohung und Beklemmung bis hin zu Vernichtungs- oder Todesängsten stehen symptomatisch für Panikanfälle. Körperlich werden sie von Schwitzen, Zittern, Herzrasen oder Atemnot begleitet. Nicht selten werden sie mit der Zeit chronisch. Auslösende Situationen können, müssen aber nicht vorliegen.
  • Generalisierte Angst: Die generalisierte Angst lässt sich hingegen nicht an bestimmte Auslöser festmachen, sondern wird eher durch eine insgesamt ängstliche Grundhaltung geprägt. Die Angst ist in der Regel chronisch und überdauert einige Monate - Sorgen und Grübeln dominieren dann den Alltag.
  • Phobische Ängste: Sehr spezifische Auslöser gibt es hingegen bei den Phobien. Prominente Beispiele solcher Auslöser sind Platzangst, Ängste vor bestimmten Tieren, Höhenangst, Flugangst, etc. Gemeinsam haben sie, dass diese Situationen mehr oder weniger leicht vermieden werden können - erst wenn die Vermeidung misslingt, kann Panik auftreten.
  • Hypochondrische Ängste: Eine für Außenstehende überzogene Sorge kann sich auf Krankheiten beziehen, die man befürchtet zu erleiden, aber könnte sich auch rund um das eigene Aussehen drehen. Das Besondere daran ist, mit diesen Sorgen - von den anderen unverstanden - alleine dazustehen, wobei die Lebensqualität unter dem häufigen Gedankenkreisen rund um diese Themen dennoch sehr zu leiden hat.
Beeinträchtigungen durch Ängste sind in der Bevölkerung sehr verbreitet - die WHO schätzt, dass 10 Prozent der Weltbevölkerung unter Depressionen oder Angststörungen leiden. Ängste gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, es gibt also keinen Grund sich zu schämen, wenn man davon betroffen ist.

In der Psychotherapie ist es mein Verständnis, Sie in Ihrer Angst zu begleiten und diese dabei Schritt für Schritt besser verständlich zu machen. Fördern, aber dabei nicht überfordern. Es geht dabei nicht nur um die Art der Angst, sondern um eine tiefgreifende Reflexion auf verschiedenen Gefühlsebenen, bei der es neue Einblicke in die eigene Erlebniswelt zu gewinnen gibt. Diese Prozesse tragen dazu bei, die Angst nach und nach abzubauen, um zu einem freieren Leben zu gelangen.